Supplements & Fitness Food in 2026 – Wie ausgereift sind die Produkte wirklich?
Wie weit sind wir im Jahre 2026 im Supplement und Fitness Food Bereich gekommen? Wie viel Verbesserungspotenzial sehe ich noch in der Branche? Ich habe mich mal hingesetzt und mir Gedanken gemacht, wie ausgereift verschiedene Produktkategorien heute tatsächlich sind.
Transkript:
Eines der größten Ziele der Supplement und Fitness Food Industrie ist es, bestehende Lebensmittel besser oder sagen wir „funktionaler“ zu machen. Sei es durch bessere Zutaten, weniger Kalorien oder mehr Eiweiß. Und auch wenn das Thema auf Social Media immer wieder polarisiert, ist es doch nur logisch, dass wir Menschen auch in diesem Bereich unser heutiges Wissen nutzen wollen.
Beispiel Cheat Meat.

Wir entwickeln Rezepturen, um Fleischkäse, Pfefferbeißer und Co. in fett- und kalorienärmer und gleichzeitig eiweißreicher zu machen, um im Vergleich zum Original ein funktional besseres Produkt anzubieten. Und das natürlich immer mit dem Ziel den Geschmack dabei negativ zu beeinträchtigen! Und genau hier möchte ich heute ansetzen und den aktuellen Status Quo in der Fitness Welt bewerten. Aber natürlich nicht bei meiner eigenen Marke, sondern schauen wir uns typische Supplement Kategorien wie Proteinshakes, Booster und Co. an.
Wie ausgereift sind diese Produkte im Vergleich zu ihrem einstigen Original und wie viel Luft nach oben gibt es noch?
Natürlich ist das hier am Ende meine ganz persönliche Einschätzung. Wenn ihr manche Kategorien komplett anders seht, dürft ihr eure Meinung dazu gerne äußern. Ich werde mir aber Mühe geben, meinen Standpunkt auch immer gut zu begründen.
Zum Einstieg schauen wir uns die Proteinriegel an und hier sehen wir tatsächlich noch Jahr für Jahr relativ große Veränderungen, was immer ein Zeichen dafür ist, dass wir hier noch weiter von unserem Wunschzustand entfernt sind.
Aber um mal mit dem Positiven zu beginnen: Geschmacklich muss sich ein Proteinriegel heutzutage kaum noch von einer klassischen Süßigkeit verstecken. Gerade Süßigkeiten aus meiner Kindheit, die ich noch richtig gefeiert habe wie Mars, Snickers oder Milky Way, die wirken im Vergleich zu dem, was uns manch Proteinriegel heute bieten kann, fast schon langweilig.
Also es gibt wirklich viele Proteinriegel, die ich deutlich lieber esse. Und das völlig unabhängig der Zutaten oder Nährwerte.

Und das ist eigentlich mit das größte Lob, was man zum Geschmack aussprechen kann.
Allerdings muss man gleichzeitig auch sagen, dass es dafür in anderen Bereichen echt noch einiges an Luft nach oben gibt. Der Einfluss der Nährwerte auf den Geschmack ist beispielsweise an vielen Stellen noch viel zu hoch. Nicht umsonst unterscheide ich auch häufig in meinen Videos zwischen einem funktionaleren Proteinriegel und einem, der voll auf Geschmack geht, eben weil es bisher noch nicht möglich war, beides perfekt miteinander zu vereinen.
Der nächste größere Kritikpunkt findet sich dann bei der Verträglichkeit. Auf zugesetzten Zucker zu verzichten ist definitiv der Ansatz, an dem man festhalten sollte – schreibt nicht sogar die WHO selbst, dass Zucker eine der Hauptursachen für Adipositas und Diabetes Typ II ist – aber die Alternative dazu muss halt eben auch passen.
Und wenn diese Alternative bei nahezu jedem Proteinriegel aktuell Zuckeralkohole wie Maltit oder Sorbit sind – und diese bei vielen von uns schon nach zwei, drei Riegeln zu Verdauungsproblemen führen – dann gibt es da definitiv noch einiges an Luft nach oben.
Ich habe ja schon öfter Erythrit als Alternative dazu vorgeschlagen, weil es im Vergleich einfach besser verträglich ist, aber es scheint leider nicht so einfach zu sein das Maltit mit Erythrit zu ersetzen und gut ist.
Zuletzt ist auch der Preis noch ein gewisser Nachteil. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass die klassischen Süßwarenhersteller vor allem deshalb alle auf High Protein gehen, weil in diesem Segment schlicht die höheren Gewinnmargen winken. Aus Sicht der Hersteller ist das natürlich lukrativ, aus Kundensicht aber eher weniger, wobei ich persönlich lieber etwas mehr Geld ausgebe, wenn sich dafür die Proteinriegelindustrie nochmal etwas weiter in die Richtung entwickelt, wie ich mir das vorstelle und wünsche. Denn dass hier noch viel Luft nach oben ist, dürfte glaube ich jeder nachvollziehen können.

Gerade wenn man den Proteinriegel als Ganzes betrachtet und nicht einige besonders gute Riegel als Referenz nimmt, fällt für mich diese Kategorie tatsächlich nur in den Bereich Verbesserungspotenzial.
Als nächstes knöpfen wir uns die Geschmackspulver vor und wenn man sich überlegt, wo Geschmackspulver überall eingesetzt werden – sei es im Quark, im Kaffee, im Porridge etc. – dann ist die klassische Alternative dazu wohl einfach Zucker. In welcher Form auch immer. Und da kann man dann nur seinen Hut ziehen, denn Geschmackspulver sind da wirklich haushoch überlegen.
Nicht nur hast du eine unfassbare Auswahl verschiedener Geschmacksrichtungen – also, alleine das Bodybuilding Depot hat schon 55 Flavours – sondern haben diese auch das Potenzial extrem lecker zu sein. Also der Markt ist riesig und es ist eigentlich für jeden etwas passendes dabei.

Zusätzlich sind Geschmackspulver auch noch wesentlich ergiebiger als Zucker. Ihr kennt ja sicherlich diese Vergleiche, das nur 3 g davon satte 35 g Zucker ersetzen und das alleine ist eigentlich völlig verrückt, wenn man mal darüber nachdenkt. Die Nährwerte profitieren natürlich enorm davon.
Und genauso kommen in den allermeisten Fällen Sucralose, Steviolglycoside aus der Stevia Pflanze oder Acesulfam K zum Einsatz, die allesamt super verträglich sind und nicht diese Verdauungsprobleme auslösen wie das eben noch bei Maltit der Fall war.
Außerdem gibt es auch in Sachen Preis wenig zu meckern. Dank der Ergiebigkeit dieser Produkte hält so eine Dose nämlich wirklich lange und da sind die Anschaffungskosten auf die Portion herunter gerechnet wirklich absolut überschaubar.
Den einzigen Nachteil, den ich sehe, ist, dass Geschmackspulver auf Basis von Inulin häufiger mal hart werden können, aber auch hier wirken die Hersteller zunehmend entgegen, indem sie wie fayn. oder dem Bodybuilding Depot entweder erst gar kein Inulin einsetzen, oder wie im Falle von Inlead, EVO oder Rocka einfach wesentlich kleine Packungen anbieten, damit diese schon konsumiert sein sollten, bevor das Protein überhaupt eintritt.

Für mich also ein klarer Fall von nahezu perfektioniert, sprich meinem höchsten Tier List Ranking. Ich wüsste wirklich nicht, wo sich hier der Markt in den nächsten Jahren noch großartig weiterentwickeln könnte.
Als drittes blicken wir auf die Booster Kategorie und da musste ich anfangs erstmal kurz überlegen, mit was ich hier überhaupt vergleichen soll. Mein erster Gedanke war Kaffee, weil das einfach viele auch für diesen Energie-Kick trinken, aber ganz ehrlich: Ich mag zwar keinen Kaffee, aber das ist echt das letzte Lebensmittel, wo man noch irgendetwas dran verbessern oder verändern müsste.
Und deswegen nehme ich hier als Referenz das klassische Red Bull. Das war so in meiner Kindheit der erste große Energy Drink, von dem ich mitbekommen habe und im Vergleich dazu ist Gott sei Dank auch hier wieder einiges passiert.

Der Verzicht auf Zucker ist so das Erste, an das man denkt, allerdings hat man im Laufe der Jahre auch die Funktionalität dieser Produktkategorie noch massiv ausgebaut. Zumindest, wenn wir uns die richtigen Pre Workout Booster anschauen und nicht bei Monster White aufhören.
Bleiben wir da im Bereich des Fokus, gibt es diverse Alternativen, die durch ihre Darreichungsform als Pulver nicht nur günstiger sind, sondern auch deutlich besser wirken. Plus wird das Koffein durch andere Zutaten so beeinflusst, dass weniger Nebenwirkungen davon zu erwarten sind.
Koffein ist heute auch nicht einfach nur Koffein und gut ist. Wir haben schnelle und langsame Quellen, die oftmals miteinander kombiniert werden, um die Vorteile beider Quellen miteinander zu vereinen.
Weiter wurde der Trainingsbooster in seiner neuen Form um Zutaten für besseren Pump im Training erweitert, oftmals enthalten sie auch Elektrolyte für die Hydration und, wer mag, findet auch Alternativen mit leicht verdaulichen Kohlenhydraten. Besonders attraktiv für lange Trainingseinheiten oder solche, die viel Energie beanspruchen.

Natürlich wird das Endprodukt auch teurer je mehr man von diesen Zusätzen auch in seinem Produkt haben möchte, aber da man nicht aus Prinzip mehr bezahlt, sondern nur, wenn man eben etwas besseres als den Status Quo haben möchte, ist das für mich kein valider Kritikpunkt.
Wo ich dagegen etwas zu bemängeln hätte ist bei der Handhabung. Nicht mal zwingend, weil die Dose als Fertigprodukt natürlich etwas komfortabler ist, sondern weil dieses Problem des hart werdenden Pulvers hier noch viel verbreiteter ist als eben noch bei den Geschmackspulvern. Manche Produkte bekommen das zwar schon heute gut hin, aber diese Produkte sind immer noch eher die Ausnahme als die Regel.
Und dann ist natürlich auch noch der Geschmack so ein Thema. Ich bin jetzt zwar nicht der größte Red Bull Fan und deswegen schmecken mir viele Booster sogar deutlich besser, aber ich glaube nirgendwo wird dieser Spruch „muss net schmecka, muss wirka“ als Rechtfertigung für schlechten Geschmack häufiger verwendet als hier. Und das hat auch seine Gründe.
Deswegen würde ich hier in Summe auf ein solide entwickelt gehen. Gibt definitiv noch Luft nach oben, schlecht ist das Gebotene aber deswegen auch nicht.
Next kommen wir zum Proteinshake, der einen klassischen Milchshake nachahmen soll. Und hier würde ich als ursprüngliche Referenz sowas wie den Schokodrink oder einfach Kaba Pulver nehmen, weil so habe ich es eben in meiner Kindheit kennengelernt.
Und da wären wir dann wieder an der Stelle, wo der Unterschied kaum größer sein könnte. Nicht nur wird jetzt flächendeckend auf Zucker verzichtet, sondern wurde diese Kategorie als Proteinlieferant auch noch um eine für uns Sportler sehr kritische Funktion erweitert.

Ein Proteinshake vereint heute Genuss und Funktion nahezu in Perfektion. Es lässt sich natürlich streiten, ob der Genuss eines Proteinshakes wirklich an die klassische Zuckervariante rankommt, aber ich teste ja wirklich seit Jahren die Proteinshakes von unterschiedlichsten Marken und wenn mir einer auf Instagram genau schildert, was er für einen Geschmack sucht, finde ich eigentlich immer ein Produkt, das diesem Profil entspricht.
Es gibt zwar ein paar Geschmacksrichtungen, wo die Industrie vielleicht noch nicht ganz so weit ist, spontan fällt mir da weiße Schokolade ein, aber im Großen und Ganzen ist das schon sehr sehr gut und vor allem vielfältig, was der Markt so hergibt.
Ich beziehe mich hier allerdings explizit auf die Proteinshakes auf tierischer Basis – also vorrangig Molke – und lasse die veganen Alternativen mal außen vor, weil die muss ich an anderer Stelle nochmal separat bewerten.
Und wenn wir eben von vor allem Whey Protein sprechen, dann muss natürlich auch der Preis zum Thema gemacht werden. Normalerweise ist die Entwicklung ja so, dass ein Produkt, welches sich mehr und mehr auf dem Markt etabliert, dank effizienterer Prozesse auch zunehmend billiger werden kann.
Wie allerdings in meinem letzten Preisupdate mit Andre geschildert, haben wir beim Whey Protein immer wieder dieses massive Angebot- und Nachfrage-Problem. Der Rohstoffpreis schwankt mehr als jede Tech Aktie und steigt im Durchschnitt im Laufe der Jahre auch immer weiter an.

Alternativen dazu, die auf Sicht sicherlich helfen könnten, wie beispielsweise dieses künstlich erzeugte Whey Protein auf den USA, die dürfen die Hersteller bisher zumindest nicht in Europa vertrieben werden. Und dadurch wird der Markt halt nur noch weiter aufgeheizt.
Da ich allerdings abseits dessen keine weiteren Probleme sehe und vor allem die Vielfalt sehr schätze, würde ich die Proteinshakes in die „sehr ausgereift“ Kategorie setzen. Außer diesem künstlichen Whey Protein erwarte ich hier in den nächsten Jahren auch keine großen Sprünge mehr.
Als letzte Kategorie für dieses Video nehme ich mir jetzt die Light Saucen vor. Und hier auch nur die Light Saucen im herzhaften Food Bereich, weil süße Saucen wie eine Schoko- oder Vanillesauce definitiv nochmal separat betrachtet werden müssen.
Im Gegensatz zu denen habe ich nämlich von den klassischen Food Saucen eine sehr hohe Meinung. Hier war es allerdings in den Anfangsjahren auch erstmal kritischer als sämtliche Saucen mit einer Wasser- und Essigmischung als Basis auf ein Zero Format heruntergetrimmt wurden, um die Kalorien aus Zucker aber vor allem Fett dramatisch zu reduzieren.
Das Problem dieses Ansatzes war nämlich, dass man für die allermeisten einfach zu weit gegangen ist und viele mit dem Geschmack dieser Saucen nicht mehr viel anfangen konnten. Weder das Aroma noch die Konsistenz konnten mit dem Original mithalten und waren daher keine ernstzunehmende Alternative.
In den letzten Jahren ist allerdings dann doch nochmal einiges passiert. Die Saucen machten in Sachen Nährwerten zwar einen kleinen Schritt zurück, um aber eben dafür beim Geschmack gleich zwei oder gar drei Schritte nach vorne machen zu können.

Bei Inlead hat man ja beide Arten von Saucen im Sortiment: Also die klassischen Zero Saucen von früher plus auch die sogenannten Premium Saucen mit den modernen Rezepturen. Und da muss ich schon sagen, dass die für mich ein mehr als deutliches Upgrade sind. Klar hat die Mayo dann wieder ca. 100 kcal je 100 g, aber selbst das halt immer noch nur 1/7 im Vergleich zum Original. Also der Benefit ist nach wie vor riesig.
Und wenn man dafür jetzt auch eine Mayo bekommt, die nach Mayonnaise schmeckt und sehr ähnliche Anmutung hat, dann bin ich da gerne bereit, diesen Kompromiss in Sachen Nährwerten einzugehen.
Preislich sind wir zwar meist einen Ticken über der klassischen Sauce, aber da gibt es auf beiden Seiten eben solche und solche Kandidaten. Also das ist schon in Ordnung so.
Allgemein haben sich für mich die Saucen also durch diese Entwicklung in den letzten Jahren in die Kategorie sehr ausgereift hochgekämpft. Sicherlich kann man hier und da nochmal etwas verfeinern, aber ich persönlich sehe schon jetzt kaum einen Grund, weshalb ich mich bewusst gegen diese neue Alternative entscheiden sollte. Und mit dieser letzten Kategorie bin ich für dieses Video erstmal am Ende.

Falls ihr noch einen zweiten Part dieser Videoreihe haben wollt, lasst es mich gerne wissen. Kategorien dafür hätten wir auf jeden Fall noch einige. Vorschläge eurerseits und wie ihr diese Produkte einordnen würdet, könnt ihr jetzt auf jeden Fall gerne unten in die Kommentare schreiben!
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