So lief das Supplement-Jahr 2025 WIRKLICH: Preise, Hypes & Probleme

Datum: 28.12.2025

Das Supplement Jahr 2025 ist zu Ende und es ist Zeit ein Fazit zu ziehen. Wie verlief das Jahr für die Hersteller? Sind sie damit zufrieden? Und welche Auswirkungen wird das für unsere mittelfristige Zukunft haben? Mit welchen Produkten und Maßnahmen können oder müssen wir rechnen?

Diesen Fragen widme ich mich in diesem Video! Viel Spaß!

Transkript:

Ben Wagner: „Das war eine geile Idee, hat super geil geschmeckt, auch mit Ingwer-Extrakt und Curcumin und so. Ja, und dann habe ich mal gesehen, wie teuer Manuka Honig ist.“

Stellt euch vor, ihr könntet für einen Moment Mäuschen spielen und in die Jahresabschluss-Meetings der Supplement Hersteller reinhören.

Wie denken die über das Jahr 2025 fernab von dem ganzen Marketing Blabla? War es ein Erfolg? Und welche Hypes und Probleme haben das Jahr geprägt?

Genau darum ging es im neusten Supp Entwickler Talk gemeinsam mit den Chefs von HPN, Sinob und Bodylab! Und ihr könnt jetzt wieder exklusiv reinhören und seht hier noch meine Interpretation des Ganzen!

Wenn man aus Hersteller Sicht auf so ein Jahr zurückblickt, dann hängt Erfolg oder Misserfolg in erster Linie immer von den eigenen Verkaufszahlen ab. Also du kannst noch so geile Produkte entwickeln oder noch so positives Feedback bekommen, wenn die Leute dir das nicht in entsprechenden Verkaufszahlen danken, dann hast du ein Problem.

Aber um das Video direkt mal mit dem Positivem einzuleiten, scheint das Jahr 2025 wirklich für die allermeisten ein Erfolg gewesen zu sein.

Michi Bovelet: „Ich muss für uns persönlich sagen, dass wir die Wachstumsziele, die wir uns gesetzt hatten, wirklich bei weitem übertroffen haben. Also das, was wir budgetiert hatten, ist aus den Angeln gehoben worden und das konstant übers Jahr. Also auch nicht irgendwie, dass jetzt nur die Black Weeks oder der November gut war. Bei uns war es wirklich eine komplette, konstante Entwicklung von Januar bis Ende November.“

Und das ist auch wirklich konstant das Feedback, das von allen Dreien zurückkam. 

Der Supplement Markt hat sich gut entwickelt und im Optimalfall sollten auch wir Kunden davon profitieren, weil dieser Erfolg Mittel freisetzen wird, die sich dann in 2026 in neuen Produkten oder anderen coolen Aktionen widerspiegeln können. 

Also so gesehen ist das immer ein Geben und Nehmen und ich kann das jetzt mit meiner Marke Cheat Meat auch zu 100% nachvollziehen. Als es bei uns die Verkaufszahlen zugelassen haben, hatten Dennis und ich dann auch direkt die Möglichkeit neue Produkte herauszubringen.

Aber ohne das eine, gibt’s halt auch nicht das andere. 

Das Interessante auf dem Supplement Markt war allerdings, dass nicht unbedingt wir mehr gekauft haben als die Jahre davor. Also nicht die Stammkunden waren die Grundlage für diesen Erfolg.

Alex Friedrich: „Die Leute verstehen, okay, Krafttraining ist essentiell. Jeder Mensch sollte zwei- bis dreimal die Woche ins Training gehen. Er sollte strukturell an seinen Problemen arbeiten. Und sei es, wenn es nur Push-Pull ist. Push-Pull-Beine ist das Einfachste, was du als normaler Mensch machen kannst. Du hast deine Beine drin, du machst etwas für deine Knie, baust die auf, dass du halt eben nicht mehr großartig fällst. Du kannst für den Rücken was am Pulltag machen. Und wenn du vorne rum halbwegs brauchbar aussehen willst, machst du noch paar Pusheinheiten und gut ist. 

Dadurch hast du alles abgedeckt, was du machen musst. Parallel ist aber der klassische Sport wieder dazugekommen. In Form von hier mal ein bisschen Fußball spielen, da ein bisschen Tennis, Squash, ich kann mal Fahrrad fahren, ich kann mal laufen gehen…

Ben Wagner:„Ich bin in einen Tischtennisverein eingetreten. Und ich bin der Jüngste!“

Michael Bovelet: Du machst auch Meisterschaftsspiele mit?“

Ben Wagner: „Die haben gefragt, ich habe gesagt, ja kann ich machen, wenn mal jemand raus ist. Der Älteste ist, glaube ich, 86. Es macht so Spaß und ich bin natürlich schneller, aber nicht so gut wie die anderen. Aber deswegen nährt man sich auch.“

Alex Friedrich: „Aber das ist geil und das ist das, was mir tatsächlich gefehlt hat. Wir denken immer nur in Scheuklappen. Es gibt immer nur On, Off. Es gibt immer nur Schwarz-Weiß. Es gibt immer nur, du musst Protein nehmen, dann jeden Tag, den ganzen Tag. Du musst Nahrungsergänzungsmittel, am besten den ganzen Tag und die komplette Produktpalette. 

Wir denken immer in Extrem. Und der Mensch tendiert ja dazu, wenn er mit etwas anfängt, auch in Extremen zu denken. Ich mach jetzt Diät, ich mach jetzt 1000 Kaloriendefizit. Und das ist Quatsch. 

Und das scheint sich so ein bisschen zu ändern, weil die Awareness größer wird. Das Background-Wissen wird größer und die Leute sagen, okay, ich hab verstanden, dass ich das gar nicht machen muss. Ich muss ja gar nicht 1.000 Kalorien am Tag weniger essen. Ich kann auch 300 oder 400 kcal am Tag weniger essen. Und ich muss auch nicht sechsmal die Woche trainieren gehen. Es reicht ja, wenn ich zwei- bis dreimal gehe. Und eigentlich hab ich ja sogar Spaß am Sport.

Ich gehe mal einmal die Woche Golfen, dann gehe ich mit meinem Kumpel Tennis spielen oder ansonsten bin ich mit meinen Jungs und meinen Mädels ein bisschen laufen. Das ist der Wunschzustand, den wir eigentlich haben wollen.

Und dieser Wunschzustand, der holt jetzt natürlich viel mehr Menschen ab als das vorher der Fall war. Supplements waren bis vor wenigen Jahren eigentlich immer diesen Extremen vorenthalten. 

Also mein Papa hat sich definitiv nicht für Omega 3 oder Kreatin interessiert, aber genau das ändert sich jetzt so ein bisschen. 

Ben Wagner: „Viel mehr Leute beschäftigen sich einfach grundsätzlich mit diesen Standardsachen wie Kreatin, Protein, ich würde jetzt auch sogar Glutamin mit in den Raum werfen, weil das immer so ein Triggerwort ist mit Aminosäuren. 

Also man merkt auch das im Bekanntenkreis. Leute fragen: „Habt ihr eigentlich auch Kreatin im Sortiment?“ Ich denke so: „Na klar, wieso fragst du?“ „Ja, ich habe was gelesen in der Apotheken Umschau.“

Es werden einfach viel mehr Leute sensibilisiert für dieses Thema. Und das ist genau das, was Alex sagt: Das ist Gesunde an der Geschichte. Weil dieser Hype, wovon wir eben gerade so lustig drüber gesprochen haben, dass jetzt der Macha da verkauft wird und so, das ist ja grundsätzlich cool. Aber es ist ja nur so ein Peak. Und da fallen dann Leute bei ab und die kommen dann zur Vernunft und befassen sich dann mit ihrem Körper. Für die ist dieses Antriggern jedes Wochenende vielleicht nichts aber die merken halt trotzdem, dass es ihnen gut getan hat, mal auf die Ernährung zu achten. 

Und das öffnet einfach den Markt. Es sind einfach viel mehr Leute, die sich mit so was beschäftigen. Kann jeder im Supermarkt sehen. Da gibt es jetzt so viele Proteinsachen. Ob die Sinn machen oder nicht, ist irrelevant. Aber Fakt ist, dass scheinbar im Mainstream angekommen ist, dass Protein ja eigentlich was ganz Cooles ist.“

Mittlerweile reden wir auch nicht mehr nur von Protein, sondern Hersteller wie Ehrmann bringen ja jetzt auch Kreatin in den Massenmarkt.

Ob das jetzt für den Endkunden die Welt verändert, wenn die alle 2 Tage 1,5 g Kreatin in Form von so nem Pudding aufnehmen, sei mal dahingestellt, aber darum geht’s in den Falle auch gar nicht. Fakt ist, die Zielgruppe wächst und der Supplement Markt profitiert davon. 

Es gibt allerdings auch einige Haken an der Geschichte und die gehören aus meiner Sicht definitiv zu so einer Jahresanalyse mit dazu. Dieses Öffnen der Zielgruppe hat nämlich unter anderem die Folge, dass der Supplement Markt beginnen wird zu überlegen, wie man aus dieser neuen Kundengruppe den maximalen Profit ausschöpfen kann. Und die ersten Anzeichen davon sieht man schon heute.

Es gibt nämlich aus meiner Sicht nicht einen sinnvollen Grund, weshalb ich mein Kreatin jetzt über Gummibärchen oder Traubenzucker statt einfachem Pulver aufnehmen sollte. Am Ende hast du nur unnötig viel Zucker konsumiert und für dein Kreatin unnötig viel Geld ausgegeben. Bei solchen Produkten steht meiner Meinung nach auch nicht mehr der Kundennutzen im Vordergrund, sondern nur der eigene Profit. Und das könnte im nächsten Jahr noch deutlich mehr werden.

Ben Wagner: „Ich hab so ein bisschen das Gefühl, dass aus Amerika ganz viel von diesen gummibärchenartigen Dingern rüberkommen werden, also noch mehr. Kreatin-Gummibärchen, Ashwagandha-Gummibärchen, hab ich gesehen. Mir hat gerade auch eine polnische Firma geschrieben, die haben mir so was geschickt mit Ashwagandha, mit Melatonin, mit Cordyceps etc.“

Und das ist aus meiner Sicht ein sehr bescheidene Richtung, den diese neue Zielgruppe vorgeben könnte.

Zumal das nicht das einzige Problem ist, dass sich aus dieser Entwicklung resultieren wird. Mehr Nachfrage nach Protein, Kreatin und Co. wird sich auch in Teilen auch auf die Preise auswirken plus sind viele Rohstoffe schon heute knapp und selten erst gar nicht verfügbar. 

Oder warum glaubt ihr dauert es so lange bis Michi den Prime Crunchy Protein Bar wieder zurückbringt, nachdem er im Sommer nach zwei, drei Wochen schon ausverkauft war. 

Ganz bestimmt nicht, weil er den Riegel erst jetzt wieder in Auftrag gegeben hat. 

Und andere Produkte werden aus Kostengründen erst gar nicht umgesetzt.

Ben Wagner: „Ich schau gerade in meinem Produktentwicklungstool und muss sagen, dass ich Anfang des Jahres an relativ vielen Produkten gearbeitet habe, wo ich dachte, das könnte was werden, aber ich habe vieles wegen Preisen gar nicht umsetzen können. Ich wollte zum Beispiel den Golden Morning machen. Das ganze Thema basierte darauf, dass man sich morgens etwas anmischt, dass du halt gut in den Tag startest, so wie warme Milch mit Honig.

Und es sollte halt Manuka Honig sein mit einer hohen Wirkdichte. Das war auch eine geile Idee, hat super geil geschmeckt, auch mit Ingwer-Extraktern und Curcumin und so. Und dann habe ich mal gesehen, wie teuer Manuka Honig ist. Ich habe gedacht, Alter! Ich hätte das Produkt so scheiße machen müssen, um einen kompetitiven Preis zu bekommen. Den billigsten Manuka Honig nehmen und davon viel zu wenig, damit ich dann am Ende bei einem EK von 6 EUR bei 1000 Dosen gewesen wäre. 

Aber das Produkt wäre einfach scheiße gewesen und dasselbe Produkt, so wie ich mir das vorgestellt hätte in gut, hätte einfach 24 EUR netto EK gekostet!“

Alex Friedrich: „Willkommen, ich kenn’s. Ich kenn’s so gut. Ich fühl das.“

Ben Wagner: „Und das ist ganz oft bei mir so, dass ich sag, müssen wir einstampfen, weil es wird scheiße sein.“

Und das ist halt ein weiterer kritischer Trend, den dieser Supplement Hype in der breiten Masse mit sich ziehen könnte.

Aus Kostengründen werden viele Produkte gar nicht mehr umgesetzt oder am Ende so hart abgewandelt, dass sie ihren eigentlichen Sinn komplett verfehlen. Und das gehört halt auch in so eine Jahresbetrachtung mit dazu, finde ich.

Zusammengefasst war das Jahr 2025 an sich bestimmt für die meisten cool und wird auch viele Möglichkeiten für neue Produkte und Trends eröffnen, ob da allerdings immer der Kundennutzen im Vordergrund stehen wird, muss man mir erstmal beweisen. 

Wie ihr das seht, könnt ihr jetzt gerne in die Kommentare schreiben. Ich verlose unter allen Abonnenten, die ihre Meinung dazu abgeben, auch wieder eines meiner beliebten Supplement Pakete und hoffe auf ‚nen coolen Austausch. Und wer jetzt nochmal richtig Mäuschen spielen will, kann sich den kompletten Podcast auf Spotify oder Apple Podcasts herunterladen. 

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