Whey Preise außer Kontrolle: Alles, was du jetzt wissen musst!

Datum: 22.02.2026

Der Preis für Whey Protein auf dem Weltmarkt steigt gerade extrem an. Längst sind wir teurer als zu schlimmsten Corona Zeiten. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis auch die Preise für uns Kunden weiter steigen.

Doch immer, wenn so etwas eintritt, ist besondere Vorsicht geboten, weil das auch die Zeit ist, wo vermehrt Betrüger auf den Markt kommen, die sich diese Situation zunutze machen wollen. Darum, aber auch, wie es überhaupt erst zu dieser Situation kommen konnte, geht es in diesem Video.

Transkript:

Supplement Hersteller schlagen Alarm. Der Preis für Whey Protein ist so hoch wie noch nie und es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass sich daran so schnell etwas ändert. Eher im Gegenteil. Die Zeiten vom „günstigen“ Whey dürften also endgültig vorbei sein.

Andre Voigt: „Vor zehn Jahren habe ich WPC-80 für 15,90 EUR verkauft. Das war ein richtig guter Preis. Aber das kannst du vergessen. Da kommen wir nie mehr hin.“

Und der Supplement Markt? Der wird drauf reagieren, so viel steht fest. Und damit sind nicht nur die üblichen Preisanpassungen nach oben gemeint. Mittlerweile sind wir tatsächlich an einem Punkt angekommen, wo die Supplement Hersteller ernsthaft überlegen müssen, wie sie ihr Whey Protein in Zukunft überhaupt noch anbieten können. So ernst ist die Lage.

Und genau deshalb werfen wir da heute einen Blick drauf: Wie konnte es überhaupt soweit kommen? Welche Konsequenzen hat das für den Markt und worauf müssen wir als Konsumenten jetzt besonders beachten?

Also, warum ist die Rohstoffsituation aktuell überhaupt so ernst und was ist anders als die Jahre davor? Nun, wie ich schon eben im Intro gesagt habe, befindet sich der Preis für Whey Protein mittlerweile auf einem neuen Allzeithoch. 

Whey ist also teurer als zu den schlimmsten Corona Zeiten, aber selbst das scheint noch nicht das Ende der Fahnenstange zu sein. Schon über das gesamte letzte Jahr war Whey Protein ungewöhnlich teuer gewesen, jetzt in den vergangenen Wochen hat der Preis aber nochmal eine völlig neue Dynamik aufgenommen.

Hier gehts zum Artikel über die Rohstoffpreise

Andre Voigt: „Also so steil, wie wir es lange Zeit nicht hatten. Der Marktpreis notiert aktuell bei rund 14,50 EUR. Für das 80er. Das ist Wahnsinn. Wenn ich mal die Dynamik angucke, die die Kurve dahin legt, bekomme ich auch den Eindruck, dass das eher weiter steigt als sinkt.“

Und beim WPI-90, also dem hochwertigeren Isolat Rohstoff, sieht die Sache nicht besser aus. Auch hier stehen wir auf einem All-Time-High, genauer gesagt bei rund 23 EUR pro Kilogramm. Und wichtig dabei: Das sind die Weltmarktpreise für einen Standardrohstoff! Ohne spezielle Qualitäten, ohne Geschmack, ohne Transport etc. Also bis dieses Protein dann tatsächlich mal bei dir auf dem Hof steht, kannst du da nochmal gut was oben drauf schlagen.

Aktuell ist es auch so, dass sich die Preise ziemlich überschlagen und alles sehr, sehr schnell geht. Ihr seht es ja auch gut am Graphen vom WPC-80, den Andre bei sich auf der Seite im Magazin gepostet hat, wie sehr das gerade in die Höhe schießt. 

Bis diese Preiserhöhungen bei uns ankommen, dürfte es meiner Meinung nach auch gar nicht mehr so lange dauern. Ich rechne ehrlich gesagt schon ab März ist mit deutlichen Preisanpassungen nach oben. Also, wer sich unabhängig von den Alternativen, zu denen ich gleich noch kommen werde, mit Whey Protein etwas eindeckt, wird damit also sicherlich noch einigen dicken Preiserhöhungen aus dem Weg können.

Und die Gründe dafür sind wieder einmal vielschichtig. Whey Protein ja kein eigenständiger Rohstoff, sondern typischerweise ein Nebenprodukt aus der Käseproduktion. Und wenn wie zuletzt die Nachfrage nach Whey deutlich schneller wächst als die nach Käse, entsteht zwangsläufig ein Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Aber das ist noch nicht alles.

Andre Voigt: „Das letzte Info, die ich bekommen habe war bezüglich der Amerikaner in den USA. Die wollten ihre Kapazitäten ausbauen, sind aber noch nicht so weit. Und das hat dann zur Folge, dass sie auf dem europäischen Markt mit einkaufen und das verteuert unseren Preis.

Das ist eine der Hauptursachen. Aber allgemein auch. Die allgemeine höhere Nachfrage. Schaut euch das an. Eiweiß wird heute noch in vielen Lebensmitteln reingemischt. Joghurt, Pudding. Das hast du ja vor zehn Jahren kaum gehabt.“

In Summe also dieses typische Wirtschaftsphänomen, wo die Nachfrage immer weiter ansteigt und das Angebot einfach nicht mehr hinterherkommt.

Und genau dieses Muster sehen wir aktuell auch nicht nur beim Whey Protein. Der zweite Rohstoff, der die Supplement Hersteller gerade nämlich massiv beschäftigt, ist das Creapure Kreatin. Auch hier findet sich die Ursache in einer stark gestiegenen Nachfrage, die inzwischen ja auch weit über den klassischen Supplement-Markt hinausgeht. Ihr müsst ja nur mal zu Ehrmann schauen.

In deren Produkten haben wir jetzt auch Kreatin – 1,5 g um genau zu sein – und der verwendete Rohstoff stammt dabei von der Alzchem Group, also der deutschen Firma hinter Creapure. Und das hat natürlich auch direkte Auswirkungen auf die verfügbaren Mengen für den restlichen Markt. Andre befürchtet zum Beispiel schon jetzt, dass sein Creapure nicht bis zum Ende des Jahres reichen wird. Und das hat dann natürlich auch Konsequenzen für uns Konsumenten:

Andre: „Man hat ja kaum Möglichkeiten. Ich kann es nicht mehr ins Angebot nehmen. Wir hatten das letztes Jahr oftmals ins Angebot genommen für 19,90 EUR die 500 g, aber das geht aktuell nicht. Ich muss den Umsatz ja irgendwie senken und deswegen im ersten Schritt, wie gesagt, kann ich das Angebot nicht mehr machen und im zweiten muss man mal sehen, ob man vielleicht die Verkaufsmenge reguliert.

Felix: „Wie zu Corona mit nur einer Dose pro Bestellung?“

Andre: „Ja, ein oder zwei Dosen hatten wir mal. Ich hoffe, dass wir da dieses Jahr nicht wieder hin müssen. Also ich bekomme schon eine relativ gute Menge rein, aber wenn ich jetzt mit keinen Angeboten anfange, denke ich, komme ich da mit nur circa zehn Monate hin statt zwölf. Also da muss ich sehen, was ich mache.“

Und ich finde, daran merkt man sehr gut, dass die Supplement Firmen bei ganz großen Playern wie Ehrmann einfach zunehmend an Priorität verlieren. Genau das hatte ich übrigens auch schon Anfang des Jahres in meiner Prognose für 2026 angesprochen: In vielen Fällen rückt der Kundennutzen immer weiter in den Hintergrund, weil sich mit solchen Alternativprodukten einfach deutlich mehr Umsatz erzielen lässt. Ob ihr nämlich 500 g Creapure als Pulver für 25 EUR kauft oder ein paar Fruchtgummis mit insgesamt nur 60 g Kreatin für knapp 17 EUR, das macht für den Hersteller natürlich einen massiven Unterschied.
Und für den Kunden natürlich auch, aber weniger im Nutzen, als vielmehr im Geldbeutel.

Das Gute an der Situation ist allerdings, dass es nicht an Alternativen mangelt, denn andere Rohstoffe wie Kreatin aus China, Aminosäuren, veganes Protein oder auch selbst Kaffee und Kakaopulver sind zum Glück nicht von diesem Preiswahnsinn betroffen. Also da siehts sogar vergleichsweise gut aus.

Selbst beim Clear Whey hatten wir noch nicht diesen Preisanstieg, allerdings ist dessen Preis stark an dem vom Whey Isolat gekoppelt und wenn das teurer wird, dauert es in der Regel nicht lange bis das Clear Whey nachzieht. Also auch da dürfte es leider früher oder später noch zu Preisanpassungen kommen.

Heißt also in der Praxis, die Creapure Situation ist gerade mit dem Rohstoff aus China easy lösbar.  Wirklich spannend wird es aber zu beobachten, wie der Markt auf die Whey Situation reagiert. Wenn jeder jetzt die Preise erhöht, kann man als Marke mit einem besonders günstigen Whey natürlich umso mehr herausstechen. Aber das funktioniert in der Praxis halt kaum ohne Kompromisse.

Felix: „Ich habe ein Whey-Protein-Isolat gefunden, das kostet aktuell 29,99 pro Kilogramm.“

Andre: „Ich kann mir schon vorstellen, wen du da meinst. Was soll ich dazu sagen? Bei der Qualität, die wir verwenden, es nicht möglich. Also absolut unmöglich. Man kann natürlich so was immer, wenn man das möchte, mit einem anderen Produkt ausgleichen. Aber bei so einem absoluten Bestseller wie Whey Isolat geht das aus meiner Sicht nicht. Oder nur stark begrenzt.“

Befindest du dich also als Hersteller in so einer Situation und möchtest dein Whey besonders günstig anbieten, hast du im Grunde drei Wege:

Erstens, du arbeitest mit nicht deklarierten Proteinquellen und streckst dein Produkt mit günstigen Aminosäuren oder Kollagen. Also der absolute Klassiker, der – und das kann ich euch mit ziemlicher Sicherheit sagen – auch heute noch aktiv betrieben wird.

Ben Wagner: „Ich hab’ gehört, es gibt da auch Firmen, die mischen da Kollagen rein… Also das gilt jetzt nicht für dich, aber das ist ja so ein offenes Geheimnis…“

Oder zweitens, du verkaufst ein Produkt als Isolat, das in Wahrheit aber überwiegend aus Konzentrat besteht – den Fall hatten wir ja auch schon mal hier auf dem Kanal –

oder drittens: Du gehst einfach massive Kompromisse bei der Rohstoffqualität ein. Das äußert sich dann häufig in schlechter Löslichkeit, stärkerem Schäumen oder stark schwankender Konsistenz. Wichtig allerdings, im Gegensatz zu ersteren beiden ist der letzte Punkt kein Vergehen, sondern einfach eine Strategieentscheidung. MDH-nahe Ware spielt in solchen Phasen auch immer wieder eine wichtige Rolle, das muss aber dann eigentlich für den Kunden gekennzeichnet sein und ist dann natürlich „weniger attraktiv“, weil jeder checkt, was Phase ist.

Ein weiterer Punkt, womit man rechnen muss, sind vermehrt Experimente im veganen Proteinbereich. Dort hatten wir ja wie gesagt keinen vergleichbaren Preisanstieg und deshalb ist dieser Markt jetzt nochmal deutlich attraktiver geworden.

Andre: „Meine Vorstellung dahingehend wäre als Beispiel nur 80 Prozent Whey Protein und das ergänzen mit 20 Prozent veganem Eiweiß.

Das gibt es ja heutzutage auch schon. Oftmals ist auch so, dass das Whey und das Soja vom Verhältnis her in etwa ausgeglichen sind. Meine Tendenz geht eher dahin, dass Whey Protein schon der Hauptbestandteil bleibt und ich 10, 20 oder 30 Prozent von dem veganen Protein reinmische. Einfach um die Preiserhöhung abzufedern, sodass man auf einen WPC-Preis rauskommt, der ungefähr auf dem Niveau liegt von vor der Preiserhöhung.“

Und ganz ehrlich? Wenn dieser Preistrend beim Whey Protein weiter anhält, würde ich auch empfehlen, sich mehr auf dem veganen Markt umzuschauen. Zumindest bevor man sich gelinde gesagt das letzte Ranz-Whey Protein reinpfeift.

Mittlerweile sind vegane Proteine auch wesentlich besser noch als früher und können mit guter Rezeptur auch durchaus mit Whey Protein mithalten. Gilt natürlich nicht nicht für jedes Produkt, aber wer sich da mal einen Überblick verschaffen möchte, schaut sich mal meinen veganen Proteinpulver Vergleich an. Den Link zu dem Video findet ihr in der Videobeschreibung!

Ansonsten hoffe ich, dass euch dieses Video gefallen und vor allem weitergeholfen hat. Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, nicht einfach blind nach dem günstigsten Whey zu greifen, sondern zu verstehen, warum es überhaupt so günstig sein kann.

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