Whey Protein wird geteilt!? – Wahrheiten über die Supplement Industrie
Was passiert, wenn man drei Produktentwickler aus der Supplement Szene an einen Tisch setzt?
Nun, diese Frage klärt sich in dieser ersten Ausgabe des Supp Entwickler Talks 2.0, indem Ben Wagner von Sinob, Michi Bovelet von Bodylab24 und Alexander Friedrich von H.P.N Nutrition exklusive Insights in die Szene geben. Wie viel wird sich untereinander supported? Wie viel Konkurrenzdenken herrscht vor?
Das und mehr erfahrt ihr im Video und dann natürlich auch im Podcast.
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Transkript:
Gerd-Michael Bovelet: „Wenn der Hörer immer wüsste nach dem Motto, was wirklich im Hintergrund manchmal abgeht. Dann auch immer so nach dem Motto, ich habe das Produkt, das schmeckt total gut und das von dem anderen ist total scheiße und dann so: “Das ist doch bei der gleichen Firma produziert, ist doch genau der gleiche Inhaltsstoff!?“, sensationell sowas.
Deswegen nicht über Geschmack streiten. Immer sagen, der eine mag es, der andere nicht, aber immer vorsichtig sein.“

Ben Wagner: „Ja. Mir hat zum Beispiel mal Jan Budde von Body Attack geholfen. Er hat uns einen Proteinkaffee zur Verfügung gestellt. Der kam aber nicht schnell genug, also haben wir Sleever genommen und die um seine Dosen rumgemacht, um sie dann auf der Fibo vorzustellen.
Und da stand wirklich ein Kunde vor mir, hatte beide Dosen in der Hand. Also die von Jan Budde von Body Attack und die von Body Attack, wo unser Sleeve drumrum war. Und er war der Meinung, dass unseres wirklich viel besser schmeckt. Haha.“
Das, was ihr da gehört habt, ist der Supp Entwickler Talk 2.0. Ich hatte mir nämlich überlegt, wie geil wäre das, wenn man jetzt noch mehrere Produktentwickler von unterschiedlichen Marken an einen Tisch bekommt?
Und tatsächlich, diese Idee war absolut hervorragend! Ihr bekommt Einblicke in die Szene wie sonst nirgendwo!
Ihr habt es ja schon im Intro gesehen. Im neusten Supp Entwickler Talk hatte ich jetzt drei Gäste. Ben Wagner von Sinob, Michi Bovelet von Bodylab24 und Alex Friedrich von HPN Nutrition. Alle sind sie Teil der Supplement Welt, könnten aber unterschiedlicher kaum sein.
Ben Wagner: „Ja, was ist meine Zielgruppe? Die Zielgruppe sind Leute, die ehrliche Supplemente wollen, ohne Bullshit, und einen Anspruch auf hohe Qualität haben. Also ich bin selber meine Zielgruppe. Ich gehe in Supermarkt, um Fleisch zu kaufen und ich würde seit mehreren Jahren niemals mehr zu nicht-Bio-Fleisch greifen.

Das bin ich. Ich mache da meine Ausnahme, wenn ich auf dem Weihnachtsmarkt bin oder so, weil es da halt in der Regel nichts gibt und ich dann trotzdem gemütlich mit meinen Leuten da sein möchte, aber unter der Woche, wenn ich für mich selber und meine Kinder koche, dann gibt es halt Biomilch, Biofleisch, Bioeier.
Bei Obst, Gemüse und so mache ich meine Ausnahmen, aber das bin halt ich so. ich setze einfach voraus, dass es viele andere Menschen gibt, die das auch wichtig finden, wie die Tiere im Hintergrund aufgewachsen sind, wie die leben, was denen zugemutet wurde, was denen nicht zugemutet wurde.
Und ja, ich weiß, dass auch eine Biomilchkuh nicht so ein geiles Leben hat, wie eine Kuh, die im Wilden Westen aufgewachsen ist und den ganzen Tag in Ruhe gelassen wurde. Das weiß ich aber, wenn du schon als Milchkuh zur Welt kommst, dann glaube ich, freust du dich, wenn du hinterher bei Sinob unter Vertrag stehst sozusagen.“
Michi Bovelet: „Also ein Bodylab ist da total anders aufgestellt. Auch jetzt von der Strategie her von unserer Art, wie wir uns verhalten. Also ich bin ja auch schon durch viele Höhen und Tiefen gegangen. Wir machen das jetzt seit fast 23 Jahren und sind ja mittlerweile auch was die Größe angeht, sagen wir mal in Dimensionen vorgestoßen, in hohen zweistelligen Millionenbeträgen bei Bodylab.

Früher mal haben wir gerne kopiert, jetzt holen wir uns Inspiration von außen, versuchen aber die Produkte noch ein bisschen besser zu machen. Das ist so bisschen der Ansatz, den wir haben, aber das ist einfach auch der Firmengröße geschuldet, dass wir in vielen Bereichen nicht den Idealismus betreiben können.
Ich weiß auch, dass viele Leute sich das mitunter nicht leisten können, aber ich glaube auch viele wollen sich das auch nicht leisten. sagen, Kommen, Huhn ist Huhn, Fleisch ist Fleisch, aber ich finde den Ansatz super. Wie gesagt, wir mit Bodylab müssen einen anderen Ansatz haben, einfach aufgrund der Größe.“
Alex Friedrich: „Ja, wir sind eigentlich komplett konträr. Mein höchstes Ziel ist Innovation und zwar jeden Preis im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich mache eigentlich HPN nur, ich Bock auf die Produkte habe. Und es ist getreu nach dem Motto, ich will jetzt irgendein Produkt für die Nieren machen und dann baue ich das und dann versuche ich so gut es geht – also wirklich am Zahn der Zeit mit dem absolut Besten, was ich finden kann – das Produkt zusammenzukloppen. Und wenn dann halt am Ende ein EK rauskommt, der von anderen Firmen tatsächlich der VK ist – und das habe ich bei mehreren Produkten – dann ist das halt einfach so und es ist okay.“

Und genau das gilt es von außen zu verstehen, um so wiederum auch die Supplement Welt im Innern besser verstehen zu können. Keiner von den Dreien hat den Anspruch den kompletten Markt zu erobern und sämtliche Konkurrenz auszumerzen. Und genau das schafft die Grundlage, dass man gemeinsam an einem Tisch sitzen kann und sich sogar gegenseitig supported.
Klar sind nicht alle so und es gibt diese schwarzen Schafe in der Branche, aber grundsätzlich gilt:
Alex Friedrich: „Wenn man nett zueinander ist, dann kann man sich aufeinander verlassen. Wer in die Szene kommt und sagt: „Ey, pass auf! Ihr seid alle scheiße! Ich bin der Beste! Wer bist du eigentlich? Guck mal, was ich kann …!“
Das ist nie gut. Weil egal, wo du stehst, jeder hat sehr, sehr viel erlebt. Jeder hat auch seine Expertise darin. Und das ist etwas, was viele immer unterschätzen. Und nur weil eine Firma groß ist, heißt das nicht, dass sie alles richtig macht.
Und gerade bei Produkten gibt es auch teilweise bessere Produkte von kleineren Firmen, weil sich die Leute halt eben wirklich mehr Mühe geben.“
Michi Bovelet: „Wir haben zum Beispiel 0,0 Probleme mit Personen. Ich bin mit so vielen Leuten so unglaublich dicke im Austausch. Auch teilweise dass man zusammensitzt, zusammen isst, ein Bierchen zusammen trinkt.
Ich habe eher den sportlichen Ehrgeiz – also nicht den Ellenbogen – sondern einen sportlichen Ehrgeiz, es Mitbewerbern zu zeigen, die größer sind als wir.“
Und so ist es möglich, dass sich die Marken intern viel näher stehen als das nach außen hin den Anschein macht.

Michi Bovelet: „Und wenn jetzt einer sagt: Hört mal zu! Ich brauche drei Tonnen Vanille Whey von euch!“, dann rufe ich Person X an und sag ihm: „Hilf ihm bitte!“ und dann läuft das 100-%ig. Und das finde ich total geil. Egal was ist: „Hey, wo kriegst du irgendwas her? Könnt ihr uns helfen?“
Ich habe jetzt zum Beispiel jemandem geholfen bei einem zuckerfreien Nutrition Produkt. Ich sagte: „Überhaupt gar kein Thema. Du, komm, ich kann dir 10.000 Dinger machen! Hilft dir das, wenn ich die übernehme mit meinem Bodylab Label?“ Er sagte: „Ja, hilft mir!“ und so finde ich das mega geil!
Alex Friedrich: „Das habe ich letztens auch so gemacht. Da war sogar Felix mit eingebunden. Ich habe für eine andere Firma einen Gaming Booster entwickelt. Die Firma ist drunter und drüber gegangen. Da habe ich gesagt: „Pass auf, ich habe das Ding eh entwickelt. Schick rüber, ich mache das nicht in eine weiße Dose, ich mache das eine schwarze Dose.“
Und wir haben noch eine Spendenaktion daraus gemacht. Also ekelhaft, wie ich bin. Hab gleich auch noch gesagt, ey, wenn wir das machen, dann machen wir das wirklich geil. Und so funktioniert es auch.“

Ihr merkt also, der Support untereinander ist viel mehr da als man das von außen annehmen würde.
Wenn etwas bei diesen Herren nicht geduldet wird, dann ist es vor allem zu ausgeprägtes Konkurrenzdenken, fehlende Integrität oder beides in Kombination.
Ben Wagner: „Was ich vorhin schon mal sagen wollte. Alex, wirst du auch schon mal gemerkt haben. Ja, okay, dein EK ist dann so hoch wie bei manchen der VK, aber regt dich das nicht viel mehr auf, wenn du dann einen EK hast von, sagen wir mal, 18 Euro netto bei 1.000 Dosen und du guckst bei Amazon und dann gibt es angeblich Produkte, die doppelt so hoch dosiert sind, für 19,99 Euro bei Amazon mit Prime-Versand!
Und das sorgt dann zum Beispiel dafür, dass ich so ein Produkt gar nicht rausbringe, weil dann müsste ich das Produkt ja nachher für, sagen wir mal, 40 Euro verkaufen, damit das sich irgendwie lohnt und die Leute sagen dann aber: „Warum soll ich denn bei dir 40 Euro bezahlen, wenn es woanders dasselbe gibt für 20 Euro?“, und das sind ja vergleichbare Dinge.“
Alex Friedrich:
„Wenn eine Firma kein Gesicht mehr hat, wird es kritisch. Ironischerweise, wenn eine Firma zu viele Gesichter hat, ist sie wieder anonym.
Wenn du eine Firma hast, die zehn Mann hat, die vertretend für diese Firma sind, dann ist keiner schuld. Weil dann kann jeder auf den anderen zeigen. Und das ist dieses klassische Spiel von diesem Spider-Man-Meme, jeder zeigt auf den anderen und sagt, du bist schuld.
Und wenn du aber eine Person hast, die den Kopf dafür gerade machen muss, dann ist der Trust-Faktor höher. Weil du weißt, okay, wenn irgendwas scheiße ist, dann muss diese Person den Kopf dafür hinhalten. Wenn wir jetzt irgendeinen Fehler machen, muss ich mich hinsetzen, muss sagen, pass auf, ich hab Scheiße gebaut. Ich habe auch keinen, auf den ich es abwälzen kann. Faktisch gesehen bin ich der Idiot. Wenn ein Fehler auf dem Etikett ist, bin ich der Dumme. Klar kann ich sagen, ich habe das von sechs Leuten gegenprüfen lassen, aber am Ende bin ich der Dumme.

Diese Verantwortung ist eigentlich das, was einen aber auch dann antreibt, keinen Scheiß zu machen. Weil du kannst dich ja nicht verstecken. Wenn du morgen eben, keine Ahnung, plötzlich in deinen Whey nur noch die Hälfte reinmachst, den Geschmack kaputtmachst oder was auch immer und hast damit drei Euro im EK gespart und die Kunden steigen dir aufs Dach, kannst du nicht sagen, ja, hat einer in der Produktentwicklung falsch gemacht!
Nee, die Produktentwicklung sitzt hier. Deswegen geht das nicht!“
Und so kann man sich halt auch als Kunde, der sich etwas mehr mit der Materie beschäftigt und eben auch sowas macht, wie diesem Kanal hier zu verfolgen, seine Gedanken machen, wen man vertraut und wen man letzten Endes mit seinem Geld auch unterstützen möchte. Weil wie gesagt, diese schwarzen Schafe gibt es in der Branche. Das ist leider so.
Die Grundlage des Supp Entwickler Talks in dieser neuen Form ist aber, dass es eben nicht nur diese Ellenbogenmentalität gibt. Die Gäste haben Bock aufeinander und sind eben dann auch bereit Insider Stories wie diese hier zu teilen:
Ben Wagner: „Es kommt immer drauf an, wer was fragt und wer was macht. Ich hab auch keine Ellbogen. Wenn du mir blöd kommst, hab ich auch Ellbogen, klar. Aber wenn jetzt jemand, mit dem ich nie was zu tun hatte, mich Hilfe bittet, dann bin ich da.
Ich hab zum Beispiel auch ganz viele Marken in meine Produktion geholt. Nicht mit allen Sachen, aber wenn die fragen: „Wie machst du das?“, dann ruf ich bei der Produktion an und sag: „Pass auf, da kommt jemand auf dich zu, der ist legit. Mach das mal! der will was haben wie XY. Kannst du da was machen? Der geht sonst hops, weil sein Lieferant liefert nicht oder hat ihm Blödsinn verkauft oder was auch immer.“

Oder zum Beispiel hier dieses Every Rice. Das ist mein Rohstoff. Jedes Mal, wenn jemand auf der Welt Every Rice verkauft, kriege ich Geld dafür. Und natürlich könnte ich das auch für mich behalten, aber ich sage euch ehrlich, diese Every Rice Geschichte war für mich eine Herzensangelegenheit, weil ganz viele Menschen einfach nur trockenes Reismehl, als gemahlenen Reis verkauft haben und ich hab das nicht ertragen.
Und deswegen hab ich das freigegeben für alle, weil ich wollte einfach, dass es bessere Produkte gibt. Und ja, am Ende des Tages verdiene ich daran auch was mit, es ist jetzt aber nicht so, dass ich jeden Monat denke, wow, was für ein Helikopter kaufe ich mir jetzt? Da bin ich eher so ein Fan, dass man da auch zusammenarbeitet.
Wir sind zum Beispiel sehr stark, was Flavour Pulver angeht. Da gibt es diverse Marken, wo ich die Flavour Pulver im Hintergrund gemacht habe. Ich gebe denen natürlich nicht meine Formel, sondern ich sag der Produktion: „Pass auf! Ihr kriegt hier einen Sack mit so einem Premix. Davon müsst ihr so viel nehmen, den Rest könnt ihr selber machen!“
Aber dann haben die halt wenigstens ordentliche Flavor und ja, ich verdiene daran, aber ich könnte ja auch sagen: „Nö. Nur bei Sinob gibt es die richtig guten Flavour Pulver. Sollen die doch alle gucken, weil es ist ja für mich dann auch positiv, wenn die Mist verkaufen.“
Michi Bovelet: „Es ist immer so herrlich! Wenn der Hörer wüsste, was wirklich im Hintergrund manchmal abgeht!“
Und genau für solche Einblicke ist dieser Podcast gedacht, damit der Hörer eben doch erfährt, was da im Hintergrund so abgeht. Weil ich kann euch versichern: Das, was ihr jetzt gehört habt, ist nur ein kleiner Vorgeschmack, was euch erwartet.
Ich bin jedenfalls richtig stolz auf das Projekt und hoffe, dass ihr das Ganze auch etwas unterstützt. Abonniert also gerne den Kanal und teilt es auch gerne mit euren Freunden! Als kleines Dankeschön werde ich ab jetzt auch unter meinen Abonnenten, die etwas nettes unter die Videos schreiben, immer jeweils zwei Supplement Pakete an euch verlosen!

Und das gilt so lange bis mir hier mein Vorrat ausgeht!
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